Aktuelle Ausgabe

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Tumorerkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Dank verbesserter ­Therapiemöglichkeiten hat die Krebs­sterberate in den letzten 40 Jahren deutlich abgenommen. Eine erfolgreiche Therapie hängt u. a. davon ab, um welche Krebsart es sich handelt, wie groß der Tumor ist und ob er bereits Metastasen gebildet hat. Nach wie vor spielen hierbei Operation, ­Chemo- und Strahlentherapie die ­bedeutendste Rolle. Weitere Möglichkeiten sind je nach Krebsvariante die Antihormon- und Immuntherapie.

Naturheilkundliche Verfahren können den Krebs in der Regel nicht besiegen. Da sie meist ­darauf abzielen, das Immunsystem zu stärken, können sie aber zur Prävention oder begleitend zur Krebsbehandlung eingesetzt werden, wie auch der Entgiftung des Körpers nach einer Chemo­therapie dienen. Inhaltsstoffe des Medizinalpilzes Coriolus versicolor wirken beispielsweise antioxidativ und erhöhen die Aktivitäten der natürlichen Killer­zellen und der T-Zellen über eine Hochregulierung von Interleukin-2 oder Inter­feron-g und sind damit gut als ergänzendes Krebstherapeutikum geeignet (s. H. Lück-Knobloch S. 12).

Mit einer vollwertigen Ernährung und der Vermeidung von pestizidbelasteten Produkten (z. B. Glyphosat, s. W. Spudy S. 6), Frittiertem, Geräuchertem und weiteren Lebensmitteln, bei ­deren Herstellung krebserzeugende Stoffe, wie Acrylamid und Nitrate entstehen, kann man Krebs­erkrankungen vorbeugen. Krebspatienten haben allerdings einen höheren Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, daher reicht bei diesen eine gesunde Ernährung alleine oft nicht aus. Je nach Ergebnis der Blutanalyse müssen die ­Mikronährstoffe hier mit oralen ­Gaben oder intra­venös ergänzt werden. Darüber hinaus helfen ernährungstherapeutische Ansätze bei den ­Nebenwirkungen der Chemotherapie wie Übelkeit, Mundtrockenheit, Schluckbeschwerden etc. (s. G. Nebel S. 17).

Auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bezieht die Ernährung und viele weitere Ansätze wie Akupunktur, Meditation, Entspannung und moderate Bewegung in Prävention und Behandlung mit ein. Letztgenannte sind zum Beispiel im Qigong vereint, das viele Therapien auf sanfte Art sinnvoll ergänzt (s. F. Genc S. 22).

Angeregt durch den Erfolg der TCM analysierten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums vor einigen Jahren die Wirkstoffe in 76 chinesischen Medizinalpflanzen und wurden fündig*: 18 Pflanzenextrakte, darunter der Rangunschlinger (s. Titelbild) hemmten deutlich das Wachstum einer speziellen Krebszell-Linie, die besonders resistent gegen zahlreiche Zellgifte ist. Doch nicht immer entstehen auf Basis von alten Heilpflanzen auch verträglichere Krebsmedikamente: Viele der in der Schulmedizin verwendeten Chemotherapien gegen Krebs basieren auf natürlichen Ausgangsstoffen. So stammen die bei Prostata- und Brustkrebs verwendeten Taxane aus der Eibe und das aus den Vorgärten vertraute Madagaskar-Immergrün liefert die Vinca-­Alkalo­ide, die bei Lymphomen wirksam sind.
Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen

Dr. Susanne Dell, Chefredakteurin

* Efferth et al., Mol Cancer Ther 2008; 7(1):152-161)

 

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