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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

erst kürzlich war anlässlich des Weltbienentags das Thema wieder in aller Munde: In Europa ist laut Internationaler Naturschutz­union IUCN etwa jede zehnte Wildbienenart vom Aussterben bedroht. Doch wer hier sofort an den Honig denkt, liegt falsch. Es geht nicht um die Honigbiene. Tatsächlich bedroht sind viele Wildbienenarten. Sie leben meist allein statt in Völkern, werden kaum wahrgenommen, sind aber trotzdem wichtige Bestäuber. Weltweit sind rund 35 % der Nutzpflanzen auf Bestäubung durch Insekten angewiesen, darunter etliche auf Wildbienen, wie zum Beispiel der Kaffee oder die Wassermelone. Hinzu kommt, dass die Zahl der Insekten insgesamt zurückgeht. Da der Rückgang der einzelnen Arten in den verschiedenen Regionen häufig unzureichend dokumentiert wurde, sind die genauen Gründe nicht immer bekannt. Forscher gehen aber davon aus, dass Monokulturen in der Landwirtschaft und massive Schädlingsbekämpfung sowie schwindender Lebensraum eine Rolle spielen.

Honigbienen (s. Titelbild) hingegen wird es geben solange es Menschen gibt, die sie als Nutztiere in Bienenstöcken halten. Sie sind zwar nicht gegen Parasiten, wie die aus Asien nach Europa eingeschleppte Varroa-Milbe, gefeit, doch die Möglichkeit zur Nachzucht ist immer gegeben. Neben Honig produzieren die Bienen auch Propolis. Die harzartige Masse dient ihnen zum Abdichten von kleinen Öffnungen und Spalten sowie gleichzeitig dazu, in den Stock eingeschleppte oder vorhandene Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen in ihrer Entwicklung zu hemmen oder abzutöten.

Aufgrund ihrer antioxidativen, bakteriziden, antimykotischen, virostatischen und wund­heilungsfördernden Wirkung wird Propolis in ­einem breiten Spektrum von Anwendungsgebieten, insbesondere bei Hautkrankheiten therapeutisch genutzt. Äußerlich wird sie beispielsweise bei Nagelpilz eingesetzt (s. R. Gugenhan ­
S. 12), aber auch bei ­Irritationen, Entzündungen und Verletzungen der Haut (Sonnenbrand, Schürfwunden, Ekzeme) und Schleimhaut (kleinere Verletzungen im Mundraum, Aphthen) verwendet.

Ähnlich sieht es beim Honig aus. War er im alten Ägypten aufgrund seiner einzigartigen Süße – Industriezucker gab es damals noch nicht – die Speise der Götter und damit ein nobles Lebensmittel, wurden später auch seine heilenden Eigenschaften entdeckt. So hat er unter anderem durch die hohe Zuckerkonzentration eine hygroskopische und damit antiseptische Wirkung: Den Mikroorganismen wird das ­lebenswichtige Wasser entzogen.

Daher kann mit Honig zum Beispiel gut gegen Hautunreinheiten und Pickel vorgegangen werden. Ein anderes bewährtes Mittel gegen ­Pickel oder Akne – als Alternative zu stark neben­-
wirkungsbehafteten Mitteln wie Antibiotika, ­Retinoiden und synthetischen Hormonen – ist Zink. Hohe Zinkkonzentrationen senken die Produktion des Hormons 5-alpha-Dihydro­testosteron (DHT), welches an der Akne-Ent­stehung beteiligt ist (s. E.-A. Meyer S. 10).

Für entzündliche wie auch für seborrhoische, mit Juckreiz einhergehende Haut­erkrankungen ist Haferstroh gut geignet. Es wirkt antiphlogistisch und adstringierend auf die Haut und die Haut­anhangsgebilde (s. U. Abele S. 21).

Bei vielen Hauterkrankungen, wie zum Beispiel bei der Neurodermitis sollte aber neben der reinen Symptombehandlung auch die psychologische Komponente nicht außer Acht gelassen werden (s. C. Reichard, S. 17).

Viel Freude beim Lesen
 wünscht Ihnen

Dr. Susanne Dell, Chefredakteurin

 

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